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Daniela Gregori · Rainer Metzger

CHRISTIAN LUDWIG

ATTERSEE

Die Biografie

Mit 577 vom Künstler ausgewählten Abbildungen
2., aktualisierte Auflage

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Unseren Wiener Freunden

Wir danken für vielfältige Unterstützung: Angela Baillou, Heike Curtze, Andreas Deppe, Dieter Gottwald, Chico Klein, Rudolf Klingohr, Ursula Krinzinger, Monika Lichtenfeld, Horst Ludwig, Markus Lüpertz, Sigrid Nachbar, Walter Pichler, Gerhard Rühm, Hanni Rühm, Susi Saipt, Michaela Spiegel, Peter Weibel, Renate Winkler-Wilde sowie der Familie Saric. Besonders bedanken wir uns, sie wissen, warum, bei Martina Baumung-Hirsch, Ingried Brugger und Michaela Pappernigg. Unser spezieller Dank an Christian Ludwig Attersee.

INHALT

2020

1940–1957

1957–1963

1963–1965

1965–1966

1966–1968

1968–1972

1972–1977

1977–1984

1984–1992

1992–2000

2000–2009

2009–2019

2020

Literatur

Personenregister + Bildnachweis

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Vor der Villa Alber, ehemals Villa Leibenfrost. Gartenseite. Fotografie von Kurt-Michael Westermann

2020

Das Polleross-Haus ist das älteste des Semmering. Wenn man den Kopf einzieht und durch die niedere Tür tritt, vorbei am Kellerzugang, den man bestenfalls gebückt durchmisst, in den Flur kommt und dann eine Kammer erreicht, die heute als Bad dient, dann sieht man den Balken mit dem Handwerkerzeichen und der Datierung: 1595 heißt es da, und man hätte es sich schon an den Maßen und den Proportionen der Keusche denken können, den dicken Mauern, der behäbigen Hingelagertheit und dem ausladenden Dach. Als Christian Ludwig Attersee zusammen mit seiner damaligen Lebensgefährtin Evelyn Oswald 1990 sein Anwesen am Semmering erwarb, war das Polleross-Haus, benannt nach den Bauern, die es über die Epochen bewirtschaftet hatten, eine Zutat. Natürlich war es um das Haupthaus gegangen, die anliegende Villa, die einst die „Pension Villa Alber“ war, wie es ein Schild an der Eingangstür zu verstehen gibt, angebracht gleich neben der Fassadenmalerei mit Blumendekor im allerspätesten Jugendstil, die von Alois Koller stammt, dem Vater der nachmaligen österreichischen Weltberühmtheit Dagmar Koller. Die Villa ist ein typisches Produkt der Jahrhundertwende: 1882 erbaut, 1898 von Franz Ritter von Neumann auf die heutige Gestalt hin erweitert, ein wunderbares Beispiel der Bauernhausmanier, die sich ihre Muster für die stadtnahe Sommerfrische in der Schweiz und in Vorarlberg besorgte. Attersee hat die Liegenschaft vorzüglich restaurieren lassen, und so erblickt man, kommt man die Straße vom Südbahnhotel herunter, ein Denkmal der Stilkunst des Fin de Siècle, eingebettet in einen Park, der mit seinen turmhohen Nadelbäumen seinerseits ein Monument der alpinen Vegetation abgibt.

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Vor dem Polleross-Haus. Fotografie von Kurt-Michael Westermann

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Treppenhaus der Villa Alber. Fotografie von Kurt-Michael Westermann

Biografien pflegen mit etwas Bedeutendem in ihr Thema einzusteigen. Wenn schon das individuelle Leben der Banalität milliardenfachen Vorkommens unterliegt, so ist jedenfalls die Beschreibung eines Lebens, nimmt man sie in Angriff, auf das Herausragende, das Singuläre oder das Mustergültige gepolt. Nur unter dieser Prämisse wird die Biografie als Lebenslauf zur Biografie als einem literarischen Genre. Was wir hier vorlegen, ist ein Versuch in eben diesem literarischen Genre, es ist eine Biografie, keine Monografie. Und sie versucht, die Jahre und Jahrzehnte vor Augen zu stellen, in denen Attersee das wurde, was er heute darstellt: einen der bedeutendsten Künstler der Gegenwart in Österreich, aber auch eine öffentliche Gestalt von hoher Prominenz, starkem Einfluss und großer Verbreitung. Natürlich ist das eine Prädikat vom anderen nicht zu trennen, ist doch gerade bei Attersee die Einheit von Kunst und Leben, die alte Obsession der Avantgarde, angestrebt und exemplarisch vollzogen. Die Biografie, die das Leben, und die Monografie, die das Werk in den Mittelpunkt stellt, treffen sich vielfältig. In einer Moderne der Massenkultur sind die Bilder eingepasst in den Kreislauf von Verwertung und Wiederverwertung, und zwar im umfassenden Sinn dessen, was ein Bild sein kann: ein Gemälde und ein Image, ein Porträt und eine Vorstellung, eine bewusste Setzung und ein Missverständnis. Christian Ludwig Attersees öffentliche Existenz bewegt sich in der Interferenzzone all dessen. Dass er dies weiß, darüber verfügt und mit den Bildern entsprechend virtuos jongliert, zeigt ihn nicht unbedingt als Pop-Künstler – er selbst lehnt eine solche Nähe mit dem Hinweis ab, die Kollegen von der Pop-Art würden nur finden, er hingegen würde erfinden. Doch es zeigt ihn auf jeden Fall als Zeitgenossen, als mustergültigen Zeitzeugen des Pop. Was den Umgang mit Öffentlichkeit angeht und wie sie auf die Professionalität des Künstlers rückbeziehbar ist: Bei diesem Vexierspiel macht Attersee in seinem Land Österreich keiner etwas vor.

Das Treppenhaus der Attersee-Villa am Semmering steht unter Denkmalschutz. Es ist vollständig erhalten, mit seiner Stiege und den dreißig steilen Stufen in ihrer großzügigen, um zwei Ecken gezogenen Erstreckung, zwischen deren Wangen als Lampe ein sogenanntes Lüsterweibchen hängt, ein Paradestück des Historismus in seiner Anmutung des Gotischen. Eine Art Balkon markiert die vierte Seite des Treppenhauses, von hier aus ergibt sich der beste Blick auf das zentrale Werk des Traktes, gemalt vom Meister selbst: ein Porträt von Ingried Brugger, der jetzigen Hausherrin, samt Jules, dem tibetanischen Tempelhund. Gemälde gibt es zuhauf in diesem Prachtbau, wenige indes stammen von Attersee. Gehängt sind sie in erstaunlich strenger Systematik: Im Foyer wird man stilecht empfangen von Gustostücken der Jahrhundertwende, von einem Rückenakt des belgischen Symbolisten Willy Schlobach und einem 1899 ins Pastell gebannten Doppelporträt von der Hand des Wiener Gesellschaftsmalers Franz Hohenberger, das zwei Schwestern aus der Dynastie des Sektherstellers Kattus zeigt. In der Küche prangen Küchenstillleben, eines der Gästezimmer ist allerliebst ausgestattet mit Frauenakten sowie, als ließe sich darin eine Logik greifen, einem Leopardenfell; eine andere der im zweiten Stock gelegenen Unterkünfte ist tapeziert mit Hundebildern.

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„Ingried und Jules“. 2003/06. Acryl und Lack auf grundierter Leinwand. 187 x 187 cm

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Musikzimmer. Fotografie von Kurt-Michael Westermann

Prachtstück des gesamten Hauses ist das Esszimmer, der ehemalige Salon: In Paris hat der Hausherr dafür eine Speisegarnitur namens „London“, hergestellt von der Wiener Möbelmanufaktur Portois und Fix in dessen großer Zeit um 1900 ausfindig gemacht, mit ausladendem Tisch, an dem leicht fünfzehn Personen Platz nehmen können, mit den entsprechenden Sesseln, mit zwei Vitrinen und einer Anrichte; Attersees 1997 fertiggestelltes Triptychon „Junges Blau“, „Naturbursch“ von 1982 und „Erstes Grün“ von 1991 setzen dieser Schwelgerei in Jugendstil zeitgenössische Akzente entgegen, und es gibt eine Jukebox in bester Fifties-Herrlichkeit, eines jener Ausstattungsstücke, die Attersees Existenz garnieren. Denn jede seiner Wohnungen und jedes seiner Ateliers ist mindestens mit folgenden Unabdingbarkeiten bestückt: mit einem Flügel, einem Großbildschirm samt Abspielgeräten für Video und DVD, einer Musicbox, die ihre besten Tage gesehen hat und meist außer Funktion ist, einem großen Kühlschrank mit entsprechenden Weinvorräten sowie einigen Kommoden und Wandschränken, die der Künstler selbst entworfen hat, erkennbar vor allem an den Griffen in Knopfform, weil nur so, wie er sagt, gewährleistet ist, dass sie auch praktikabel sind.

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„Junges Blau“. 1997. Triptychon. Acryl und Lack auf grundierter Leinwand. 105 x 315 cm

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„Naturbursch“. 1982. Acryl und Lack auf grundierter Leinwand. 105 x 105 cm

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Esszimmer. Fotografie von Kurt-Michael Westermann

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„Erstes Grün“. 1991. Acryl, Lack und Farbkreide auf grundierter Leinwand. 105 x 105 cm

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Billardzimmer

Eine spezielle Trouvaille unter all den kleinen Sensationen der Villa ist der Billard-Salon im ersten Stock. Der Tisch, der die Mitte besetzt hält, ist wie fast immer bei Attersee ein Vintage-Stück, ein Original aus den amerikanischen fünfziger Jahren, hergestellt von Brunswick, dem ehrwürdigen Unternehmen, 1845 gegründet mit Firmensitz in Chicago. Auch die anderen Ausstattungsstücke des Billard-Salons können sich im Sinn authentischer Herkunft sehen lassen. Den Raum und seine Atmosphäre dominieren mehr als fünfzig afrikanische Standfiguren, allesamt von einem halben Meter Höhe bis zu Lebensgröße, meist weiblichen Geschlechts mit ausladenden Brüsten und überbordenden Unterleiben. Links und rechts an den Seitenwänden postiert, vor Bücherregalen, die es selbstverständlich auch noch gibt, blicken sie einen an und sehen einfach zu, als wären sie jene Schauplatzwächter, die vielfältig Attersees Bildwelten verkörpern und die Menschen verwundert und amüsiert beobachten bei ihren verqueren Verrichtungen. Unter den Plastiken gibt es einige Bangwa-Figuren aus der Gegend des heutigen Kamerun, die Attersee besonders liebt: ausdrucksstarke Gebilde, die eine Art Ponderation auszeichnet, die ausbrechen aus der Starre der Stelenhaftigkeit, die ihren Kopf leicht schräg halten und so etwas wie Kontaktaufnahme erlauben. Weitere solcher Figuren gibt es in Attersees Atelier, wo sie, abermals Schauplatzwächter, dem Künstler beim Malen über die Schulter blicken. Das Atelier hat er sich vor einigen Jahren geleistet, einen Zweckbau modernen Zuschnitts, loftartig mit großen Seitenfenstern und einem grasbewachsenen Flachdach für die Camouflage, dessen Untergeschoss von einer weiteren Besucherattraktion markiert wird, einem geräumigen Schwimmbad.

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Schallplattenzimmer

Attersee ist ein manischer Sammler. Das Exquisite der Möbel und Ausstattungsstücke wird gekontert von der Exuberanz der Dinge, die es sonst noch gibt. Vis-à-vis des Eingangs öffnet sich die Tür in das Plattenzimmer, hier sind in raumhohen Vitrinen insgesamt 8.000 Schallplatten gelagert, Unterhaltungsmusik von Elvis und den Rock ’n’ Rollern, aber auch von Caterina Valente oder Udo Jürgens: Meine Lieblingsmusik im Unterhaltungsbereich ab Ende der 1950er Jahre ist bis heute Rhythm ’n’ Blues, Soul- und Jazzmusik, etwa Otis Redding, Ruth Brown, James Brown, Isaac Hayes und Charles Mingus. Die 12.000 Scheiben mit den klassischen Werken hat Attersee in Wien aufbewahrt. Schier jeder Raum ist von Regalen eingegrenzt, die die Bücher aufnehmen, von denen Woche für Woche durchschnittlich vierzig Bände angeschafft werden; viele von ihnen sind noch originalverpackt, doch ihr Besitzer versichert seriös, allein die Beschäftigung, sie zu erwerben, signalisiere ihm den Inhalt der Werke. Unterm Dach erwartet einen die nächste Kollektion: In Regalen und vor allem in Papiersäcken eines Wiener Filmladens auf dem Fußboden sind DVDs angehäuft, geschätzte 25.000 Titel, Filme und filmische Dokumente aus allen Sphären des Kinematografischen, die zum einen erworben wurden, weil Attersees Professur an der Wiener Universität für angewandte Kunst auch Trickfilm beinhaltete, und die zum anderen ein weiterer Beleg sind für die Lust an der Aneignung.

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Blick ins Atelier am Semmering. Fotografie von Kurt-Michael Westermann

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Atelierhaus am Semmering

Das Englische unterscheidet beim Sammeln zwei Begriffe: das „collecting“ und das „gathering“. Während jenes die räsonierend-detektivische Suche nach dem einen unbedingten Exponat, das fehlt, in den Mittelpunkt stellt, beinhaltet dieses eine Option auf Wahllosigkeit – oder zumindest auf eine Nonchalance, die davon ausgeht, dass unter dem vielen, das man erwirbt, schon das Richtige mit enthalten sein wird. Attersee ist in diesem Sinn ein Gatherer, einer, der hortet und rafft, und er gibt unumwunden zu, dass es die Erfahrung der Kargheit in seinen ersten Lebensjahren ist, die ihn hier motiviert. Nie wieder Mangel, das ist das Motto, und bis zur Verausgabung wird herbeigeschafft und herangeholt. Manche sagen, es sei krank, wie ich sammle. Das Gegenteil stimmt: Weil ich sammle, bin ich gesund. Und bei aller puren Überwältigung durch die Quantität dessen, was alles da ist, kann ihr Besitzer das Gesuchte mit geübtem Sensorium schnell aufspüren. Bücher, Schallplatten, CDs sind meine Verwandten.

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Malend im Garten der Villa Alber. Sommer 1992. Fotografie von Kurt-Michael Westermann

Attersees Villa am Semmering ist ein Ensemble von berückender Stimmigkeit und Eleganz. Sie ist das perfekte Ambiente für jene Reportagen ad personam, die man ganz international Home-Story nennt, die aber besonders ein spezielles Faible der österreichischen Promi-Berichterstattung markieren. Attersee wird davon nicht gerade verschont, wie sollte er auch, ist er doch eine Figur, mit der sich Kapital machen lässt in der Ökonomie der Aufmerksamkeit. Als im Spätsommer 1997 die „Seitenblicke“ ihr zehnjähriges Bestehen feierten, das Gesellschaftsmagazin des Staatssenders ORF, das der nationalen Prominenz auf die Lippen und in die Buffet-Teller schaut, wurde eine Liste derer publiziert, die am häufigsten zur telegenen Wortspende gebeten wurden. Die Liste führte der damalige Wiener Bürgermeister Helmut Zilk an, der langjährige Bundeskanzler Franz Vranitzky war Fünfter, doch nach Society-Afficionados wie Niki Lauda oder Theatermenschen wie Otto Schenk und Fritz Muliar war an 25. Stelle „Ch. L. Attersee“ gelistet. In einem Land, dessen Feuilletons sich neben dem Ressortleiter die längste Zeit einen zweiten Redakteur für alle Belange der Bühne geleistet hatten, während für Malerei und Bildhauerei meistens ein freier Mitarbeiter verantwortlich zeichnete, ist Attersees Präsenz im Massenmedium Fernsehen doch erstaunlich. Diese Präsenz kommt ihm als bildendem Künstler zu, und es macht sich bemerkbar, dass er der erste war, der in Österreich den Elfenbeinturm der Autonomie verlassen hat. Die „Seitenblicke“-Statistik berücksichtigt nur einige wenige Monate der Ära Rudolf Klingohr, der mit seiner Produktionsfirma „Interspot“ Ende 1996 für das Format verantwortlich wurde. Klingohr, von seinen Freunden „Purzl“ genannt, ist ein wichtiger Weggefährte Attersees. Man darf sagen, dass das Ranking seither einigermaßen stabil geblieben ist. Doch Klingohr war schon 1969 bei „Gruß Attersee“, dem ersten abendfüllenden Streifen, als Kameramann dabei, er hat diverse Sendungen mit und über Attersee betreut, Dokumentationen wie „Gemaltes Leben“ und Künstlerfilme wie „Attersee in Tennessee“. Die Grenzen jedenfalls zwischen Arbeit in der Hochkultur und Produktion für ein Millionenpublikum sind fließend. Eine solche Offenheit ist nicht weniger als die Grundlage künstlerischer Identität in der Gegenwart.

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„Attersee in Tennessee". 1987. TV-Film nach einem Konzept von Attersee und Rudolf Klingohr. Attersee-Konzert auf einem River-Shuffle-Boat. Fotografie von Kurt-Michael Westermann

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Attersee-Auftritt in Gabe’s Lounge, Nashvilles berühmtestem Live-Musik-Lokal. 1987. Fotografie von Kurt-Michael Westermann

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Rudolf Klingohr, Eva Deissen, Reinald Nohal, Wolf Fuchs, Herbert Krill, Peter Seemann, Evelyn Oswald, Kurt-Michael Westermann, Attersee, Erwin Wagenhofer – das Filmteam. 1987. Fotografie von Kurt-Michael Westermann

Mit den konkreten Umständen bekannt zu machen, in denen jemand lebt, über dessen Leben zu erzählen sich lohnt, ist etwas anderes als die Verbreitung von Klatsch. Wolfgang Hildesheimer, der die vielleicht bedeutendste Lebensbeschreibung zu Mozart verfasst und wie kaum ein Zweiter nachgedacht hat über die Grenzen und die Chancen des Prinzips Biografie, bemerkt zu dieser Form von vitaler Nähe zur dargestellten Person, die er „Ausführlichkeit“ nennt: „Ich will ein Element beibringen, das ich in den meisten Biographien, und nicht nur in ihnen, (…) vermisse: die Beschreibung des Alltäglichen, des der großen Rede Unwürdigen oder des als bekannt Vorausgesetzten und zu seiner Zeit nicht Mitteilenswerten, dessen Wichtigkeit als Beitrag zum äußeren Bild des Geschichtlichen sich aber im Lauf von Dekaden, und erst recht von Jahrhunderten, steigert. Der Alltagsablauf als Handlung anhand konkreter Dinge: die Requisiten für Arbeitstage und Reisetage, (…) die Spiele der Mußestunden, die Speisen und Weine der Mahlzeiten, die Räumlichkeiten und Bequemlichkeiten, die Kommoditäten; die zahlreichen unerwähnten Figuren, die es den Erwähnten erst möglich machen, in ihrer Funktion als Hauptdarsteller, als Kommentatoren und Partner (…) aufzutreten“ (Hildesheimer 1984, 23f.).

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Auf der Atelier-Terrasse in Illetas. April 2010. Fotografie von Kurt-Michael Westermann

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Meerblick von der Terrasse in Illetas, Mallorca

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Meerblick von der Terrasse in Illetas, Mallorca

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„Kocher“. 1994. Acryl und Lack auf grundierter Leinwand. 116 x 89 cm

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„Bibel“. 1994. Acryl und Lack auf grundierter Leinwand. 89 x 116 cm

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„Ballfleisch“. 1995. Acryl und Lack auf grundierter Leinwand. 89 x 116 cm

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„Elektrisches Licht“. 1995. Acryl und Lack auf grundierter Leinwand. 89 x 116 cm

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Malend im Atelier in Illetas. April 2010. Fotografien von Kurt-Michael Westermann

Das Erscheinen der Erstauflage dieses Buches im Jahr 2010 hatte den 70. Geburtstag des Künstlers zum Anlass. Die Idee dazu war während unseres Besuches im Sommer 2007 in Attersees Atelier auf Mallorca entstanden. Beim Blick auf den Flügel und die Jukebox, den großen Eisschrank, den großen Bildschirm und die großen Sonnenuntergänge über dem Meer ernteten wir mit unserem Plan jenes milde, jenes typische Attersee-Lächeln, das viel Ironie enthält und ein sonniges Wissen darum, es verdient zu haben, und das niemals ausbricht in Lautstärke oder Kumpanenhaftigkeit und Schulterklopferei. Mittlerweile hat ein weiteres Jahrzehnt seine Runde gedreht, der Meister feiert seinen Achtzigsten, und viel ist passiert in der Zwischenzeit. All das soll diese erweiterte Auflage rechtfertigen. Es ist ein Kapitel hinzugekommen, das die Zeit von 2010 bis 2020 Revue passieren lässt, und Fehler wurden ausgebessert. Einiges musste stehen bleiben, auch wenn die Aktualität darüber hinweg gegangen ist – vor allem in jenen traurigen und leider ziemlich vielfältig eingetretenen Fällen, da Weggefährten Attersees in der Zwischenzeit verstorben sind. Manche Formulierungen in der Mitte des Buche lesen sich deshalb, als würden sie noch leben. Das ist so aus drucktechnischen Gründen, und wir möchten dafür um Nachsicht bitten.

Als wir Christian im April 2010 das Manuskript seiner Biografie präsentierten, war die Reaktion unnachahmlich: Ein schönes Buch sei das geworden, befand er, sehr informativ zum kulturellen Wien der Sechziger bis 2000er Jahre: Ich selber komm darin ja kaum vor. Wir hoffen dennoch, ein wenig von dieser komplexen und ausgiebig von der Künstlermentalität geprägten Persönlichkeit erhellt zu haben.

Christian jedenfalls hat uns im seinerzeitigen und genauso im jetzigen Verlauf des Unternehmens nach allen Kräften unterstützt und uns in jeder Form seine Wohnungen, sein Archiv in den Wiener Tuchlauben und vor allem seine Gedankenwelt geöffnet.* Bei allem Bestreben, mit dem nun vorliegenden Ergebnis eine Hommage zu liefern, denken wir doch auch an einen Anspruch, den Hildesheimer so formuliert hat: Einen „Beitrag“ zu liefern zum „äußeren Bild des Geschichtlichen“, das erst bei den Nachgeborenen für Transparenz sorgen wird. Dass Attersees Schaffen und damit sein Leben von einer Qualität sind, die sich, wieder mit Hildesheimer, „im Lauf von Dekaden und erst recht von Jahrhunderten“ erweist, davon sind wir allerdings überzeugt. Diese Überzeugung hat das letzte Jahrzehnt spielend überdauert.

* In Kursivschrift sind diejenigen Zitate zu lesen, die von Attersee selbst stammen. Folgt auf ein Zitat kein Stellennachweis, so entstammt es den vielen Gesprächen, die wir mit Attersee (und anderen) geführt und dabei aufgenommen haben.

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Malend im Atelier in Illetas. April 2010. Fotografien von Kurt-Michael Westermann

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Mittelteil des Palais Palugyay. 1942. Ab den 1930er Jahren im Besitz von Karl Ludwig, Attersees Großvater, dem bis 1945 größten Weinhändler der Slowakei

1940–1957

Christian Ludwig wurde am 28. August 1940 in Bratislava, auf deutsch Pressburg, der heutigen Hauptstadt der Slowakei, geboren. Nicht 1941, 1942 oder 1943, auch nicht in Wien oder Linz, wie es in diversen Publikationen, Katalogen und Presseberichten einst verlautete. Es gab eine Zeit, da hielt der junge Künstler nichts von derlei biografischen Festlegungen, weil das alles viel zu wichtig genommen wird (Schmölzer 2008, 30). Entsprechend nonchalant ging er mit seinen Geburtsdaten um. Der Einzige, der sich irgendwann wunderte, war Horst, Christians jüngerer Bruder, der so zwischenzeitlich in die Lage kam, der ältere von beiden zu sein. Doch all das kam viel später, das Verwirrspiel mit Geburtsort und -datum ging einher mit einer Erweiterung des Namens, als aus Ludwig ein zweiter Vorname wurde und aus dem Christian der Attersee.

„Die Konstellation war glücklich; die Sonne stand im Zeichen der Jungfrau und kulminierte für den Tag; Jupiter und Venus blickten sie freundlich an, Merkur nicht widerwärtig; Saturn und Mars verhielten sich gleichgültig: nur der Mond, der soeben voll ward, übte die Kraft seines Gegenscheins um so mehr, als zugleich seine Planetenstunde eingetreten war.“ Johann Wolfgang Goethe setzt mit diesen Worten in seinen Lebensbericht „Dichtung und Wahrheit“ ein, dessen erste Zeile im ersten Buch lautet: „Am 28. August 1749, mittags mit dem Glockenschlage zwölf, kam ich in Frankfurt am Main auf die Welt“ (Goethe 1998, 10). Damit ist festzustellen, dass Goethe und Attersee den Geburtstag teilen. Wenn auch nicht die Stunde: Der kleine Christian wurde Erdenbürger um halb drei Uhr morgens. Zu ergründen, ob die Konstellation der Gestirne am 28. August 1940 so glücklich war wie 191 Jahre vorher, mag sich damit erübrigen.

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Im Krankenhaus in Pressburg. 1941

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Blick in den Weinkeller des Palais Palugyay. 1943

Mitte des 19. Jahrhunderts waren drei Brüder aus Asch im Egerland, damals zum österreichischen Teil der Doppelmonarchie gehörend, auf die Wanderschaft gegangen, um irgendwann in Pressburg in deren ungarischer Hälfte anzukommen. Einer brachte es im Lauf der Jahre zum Bürgermeister, ein anderer eröffnete ein Wirtshaus. Als der spätere Attersee zur Welt kam, war die Sippschaft weitverzweigt und wohlhabend, seit Generationen schon verstand sich die Linie des Gastronomen auf den Weinhandel. Der Erfolg, den die Familie damit hatte, ist heute noch nochvollziehbar: Wo einst die Firma Christian Ludwig & Sohn ihre Zentrale hatte, residiert jetzt das slowakische Außenministerium. Einer gewissen Tradition entsprechend wurde der erstgeborene Sohn auf den Namen Christian getauft, einer anderen Tradition, in den Weinhandel einzusteigen, hatte sich jedoch bereits Christians Vater verweigert. Nach einer Ausbildung an der Metallgewerbeschule war es zunächst der Wunsch des älteren Christian Ludwig gewesen, sich professionell der Malerei zu widmen, doch wie so oft stieß dieses Ansinnen auf nur wenig Akzeptanz des Vaters. Architektur lautete der Kompromiss, das Studium in Brünn und München schloss Christian Ludwig (1901–1967) mit Diplomen für Hoch- und Tiefbau ab. Zurück in Bratislava arbeitete er zunächst im Büro Kimmer-Szõny, 1928 machte er sich selbständig.

Und das durchaus mit Erfolg, denn wie einige Exempel noch heute veranschaulichen, darf Christian Ludwig als einer der Väter des modernen Bauens in Bratislava gelten. Gemeinsam mit dem Kollegen Augustín Danielis realisierte er, dessen Familie selbst der reformierten protestantischen Kirche angehörte, das Lutherhaus (heute das Generalbischofsamt, Palisady 46–48), ein fünfgeschossiges Paradestück des Funktionalismus, das der Administration und mehreren Wohnungen Platz bot. Zu einer Art „signature building“ für die Stadt wie auch für die beteiligten Architekten Ludwig, Danielis und Emrich Spitz avancierte das Manderla-Gebäude, das erste Hochhaus Bratislavas aus dem Jahr 1935. War da nicht ein Hauch von Metropole zu spüren? Der Auftrag kam von Rudolf Manderla, der, eben zurückgekehrt aus den USA, seine Vorstellungen hatte, das staunend Gesehene in der Heimat für sein Metier zu nutzen. Manderla, ein Wurstfabrikant, hatte sein Verkaufsgeschäft im Parterre, und es gab Platz genug für eine Vielzahl von Läden. Die Architekten hatten einen elegant gebogenen Arkadengang angelegt, eine Passage, die abzweigte von der Betriebsamkeit der Straße und eine großstädtische Gelegenheit bot, einzutreten in eine Welt des Konsums und der Flanerie. Ganz oben, nach dem zehnten Stock mit dem schicken Aussichtscafé, war von weitem sichtbar der Name des Auftraggebers in Leuchtbuchstaben zu lesen.

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Weinetikett der Firma Christian Ludwig & Sohn

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Der Weinhändler Karl Ludwig, Attersees Großvater. 1943

Multifunktional ist eines der Adjektive, das immer wieder in Beschreibungen der Bauten von Christian Ludwig dem Älteren zu lesen ist; er selbst wiederum war durch seine beiden Diplome so vielseitig wie seine Bauten. Es dauerte nicht allzu lange, bis sich weitere Aufträge einstellten: ab 1939 dann eine Wegstrecke donauaufwärts, aber der Zeit entsprechend nicht in Wien, sondern in Linz. Als sein erstgeborener Sohn zur Welt kam, pendelte der Architekt bereits zwischen seinen beiden Arbeitsplätzen, nicht, wie man meinen würde, zu Land, er pendelte zu Wasser. Die Distanz wurde mit dem Motorboot zurückgelegt. Wie später die beiden Söhne war auch der Vater mit Schiffen vertraut und verbunden, er feierte Sporterfolge in der Klasse der motorbetriebenen Rennboote, zudem waren damals bereits zwei Jollen im Besitz der Familie.

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Blick auf das Manderla-Haus und die Stadt Pressburg. 1935

Die Mutter Susanne (1912–2003) und der Neugeborene, der naheliegenderweise „Christi“ gerufen wurde, blieben vorerst in der Heimatstadt. Man kann nicht behaupten, dass das Kind die ersten Jahre seines Lebens gesund gewesen wäre. Mit dem feinen Lächeln, das bis heute für ihn einnimmt, blickt der Einjährige tapfer in die Kamera, gebettet auf ein weiches Kissen, den Kopf dick eingebunden, sodass die Ohren mit ihren schweren, von Zwiebelhälften ausgebeulten Wattepaketen verdeckt sind. Eine in Kriegszeiten mit ihrem Mangel an Medikamenten schwer zu behandelnde Entzündung der Gehörgänge und dazu noch eine Erkrankung der Atemwege erwiesen sich als so hartnäckig wie folgenreich und erforderten in den ersten Jahren mehrere Krankenhausaufenthalte. Mit drei Jahren erst beginnt der Junge zu sprechen, das linke Ohr bleibt taub, der Rücken durch das viele Liegen gekrümmt. Mit einer seinerzeit gängigen Therapie versuchte man, die Wirbelsäule des Kindes zurechtzubiegen. Einen Stock hinter dem Rücken in die beiden Armbeugen geklemmt, machte sich Christian Jahre später auf den Weg zur Schule.

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Das Lutherhaus in Pressburg. 1930

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Das Warenhaus Brouk und Babka in Pressburg, errichtet nach den Plänen des Architekten Christian Ludwig. 1936

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Stehend die Brüder Wilhelm, Aurel, Christian und Karl Ludwig, sitzend die Großeltern Aurora und Karl Ludwig. Nach 1945

Bekanntlich können Kinder beim Anblick der Fehlbarkeiten anderer gnadenlos sein, doch auf Hänseleien wegen seines verformten Rückens entgegnete Christian entwaffnend, dass er seinen Brustkorb eben am Rücken habe. Diese Behinderung wurde ohnedies von jener anderen, dass ein Ohr nicht funktionierte, in den Schatten gestellt, auch später stellte der Buckel, wie ihn der Leidtragende selbst nennt, eine eher geringe Herausforderung an das Ego dar: Ich war ja sonst unheimlich hübsch, und den Buckel hab’ ich ja selbst nicht gesehen, man hat mich auch so ins Bett geliebt. Aus der Zeit der vielen Krankenhausaufenthalte stammt die früheste wie auch seltsamste Erinnerung des schwächelnden, fiebernden Knaben: Von allen Erstprägungen gibt es eine, die ich mir bis heute nicht erklären kann: In meiner Erinnerung sehe ich, im Spitalsbett liegend, im Gegenlicht drei oder vier dunkelhäutige Krankenschwestern auf und ab spazieren. All das wäre – bis auf die Hautfarbe der Schwestern – nicht weiter bemerkenswert, wenn die Damen nicht einzig und allein mit dem einschlägigen Häubchen bekleidet gewesen wären und sich dem Knaben nicht besonders die nackten Hintern ins Gedächtnis geschrieben hätten. Bis zu seinem dritten Lebensjahr war Christian immer wieder im Spital, mit fünf oder sechs schon hat er versucht, dieser in jeder Hinsicht komischen Vision auf den Grund zu gehen. Weder seine Eltern noch irgendwer sonst konnten eine Erklärung bieten, eine Recherche vor Ort noch Jahrzehnte später blieb erfolglos – eigentlich sucht Attersee noch immer nach einer Antwort. Ich bin ja vieles, auch ein Gesäßfetischist, aber auf Krankenschwestern war ich noch nie fixiert. Jedenfalls legt er Wert darauf, dass die obskuren Gesichte mehr sind als ein Traum.

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Susanne und Christian Ludwig, Attersees Eltern. 1938

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Susanne, Horst und Christian Ludwig. 1943

Zwei Jahre nach Christian kam Horst zur Welt, dessen erste Erinnerungen in Bratislava sich notgedrungen auf den älteren Bruder beziehen. Dass dieser stets größer war und ihm dadurch der Blick aus dem Fenster oder das Ergreifen der höher im Regal platzierten Spielsachen möglich war, erklärt sich rein körperlich; dass der Ältere mehr Zuwendung und diverse Luftveränderungen benötigte, dagegen psychologisch. In Sachen einer Kur für die angegriffenen Lungen von Christian reiste die Mutter mit den beiden Söhnen in die Karpaten, was anfangs als Keuchhusten diagnostiziert wurde, stellte sich im Laufe der Jahre dann als Asthma heraus, ein weiteres Handicap, mit dem das Kind zu leben lernen musste.

Für „Deutsche“, als die die weitverzweigten Ludwigs galten, wurde es in Bratislava vorhersehbarerweise immer schwieriger, sodass Christian Ludwig begann, sukzessive das Hab und Gut der Familie donauaufwärts zu schaffen. Manches auf dem Landweg, vieles aber auch auf einem selbstgebauten Floß, an dem befestigt auch die zwei Motor- und die zwei Segelboote, die der Familie gehörten, in Richtung Oberösterreich verschifft wurden. Über Wien reiste die Ehefrau mit ihren beiden Kindern 1944 hinterher, ein Bombenangriff auf die Stadt, bei dem den dreien der Zutritt in einen Luftschutzkeller nahe dem Schwarzenbergplatz verwehrt wurde, zählt zu den eindrücklichsten Kindheitserinnerungen. Landshaag war die erste Station, wo die Familie bei einem Freund, dem Primarius Dr. Kurt L. Müller, unterkommen konnte. Ein Jahr später setzten die Ludwigs dann, gewarnt vom Vordringen der russischen Truppen, mit dem Floß – in der Mitte des Floßes befand sich eine bescheidene, fast würfelförmige Wohnhütte aus Holz–über die Donau: ins gegenüberliegende Aschach, in die amerikanische Besatzungszone.

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Die Eltern Susanne und Christian Ludwig mit ihren Söhnen Christian (li.) und Horst. 1946

Aus „Deutschen“ in Bratislava waren in der Gegend von Linz „Slawen“ geworden, aus alteingesessenen Bürgern Flüchtlinge, und dementsprechend war der Empfang. Mit der einschlägigen Etikettierung „Du Slawensau“ konnte das Kind Christian zu seinem Glück wenig anfangen, viele Jahre später, 1980, hat er mit dem Zyklus „Der Slawe ist die herrlichste Farbe!“ auch die allfälligen Ressentiments abgearbeitet, die in der Kindheit angebrandet waren. Zumindest aber war die gesamte Familie in Sicherheit. Mit einem ausgeprägten Spürsinn für die politischen Entwicklungen hatte der Vater Vorsorge getroffen, dass auch seine Eltern und die Brüder mitsamt Familien irgendwo unterkommen konnten. Nur zwei Tage, bevor die Rote Armee in Bratislava einzog, war er ein letztes Mal vor Ort, um Wertsachen in Sicherheit zu bringen, sodass man in den Nachkriegsjahren, auch wenn es an vielem fehlte, irgendwie das Auskommen hatte. „Es ist uns nie richtig schlecht gegangen“, erinnert sich Horst.

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„Slawinocker (Der Slawe ist die herrlichste Farbe)“. 1980. Mischtechnik auf Karton. 87,5 x 62,5 cm

In diese Zeit fallen auch zwei einschneidende Erlebnisse, die, auf ihre Art Initiationen, das Leben und Denken des Jungen nachhaltig prägten: als mein vater nach dem blonden knabenschopf einen meter tief in die donaufluten griff, zog er nicht nur seinen ins stromwasser gefallenen sechsjährigen sohn christian ludwig aus dem flußsog, es war gleichsam auch die geburtsstunde der liebe und des vertrauens des jungen zu wasser, zu blau. weder scheu noch angst wirkte aus dem kind, ein nasses stück menschenobst lachte am landshaager donauufer, der sturz ins wasser war schnell vergessen (Archiv Attersee, 1990, unpubliziert). Der Vater hatte seinem Sohn das Leben gerettet, er hatte mit seiner unaufgeregt-schnellen Reaktion dem Jungen dabei auch die Furcht vor dem nassen Element genommen, und ähnlich sollte es auch beim Eintritt in die Schule sein. Christian war der einzige evangelische Schüler in einer sehr ländlich und sehr katholisch geprägten Lehranstalt. Gleich zu Beginn ließ man ihn das merken, der Junge musste woanders sitzen, und er durfte nicht mit den anderen in den Religionsunterricht. „Gott gibt es nicht, aber du musst hier mitmachen“, hatte der Vater seinem Buben mit auf den katechetischen Weg gegeben. Er hat sich plötzlich umgedreht, und durch seine Ausstrahlung habe ich sofort gewusst, das ist das größte Geheimnis, das ich erfahren werde – und so war es auch. Mit dieser Nachricht musste ich leben und ich musste überleben in diesen Schulen. Bald wurde immerhin das zeichnerische Talent des ruhigen, allein durch die Hörprobleme schüchternen Kindes erkannt: Er durfte für den Lehrer alles an die Tafel malen, was im Unterricht an Illustrationen gebraucht wurde.

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„Nachtslawin (Der Slawe ist die herrlichste Farbe)“. 1980. Mischtechnik auf Karton. 62,5 x 87,5 cm

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„Zärtlich färbt die Slawin, das Wetter füttert (Der Slawe ist die herrlichste Farbe)“. 1979. Mischtechnik auf Karton. 56,5 x 44 cm

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Christian Ludwig auf dem Floß. 1951

Nun blieb auch Zeit, musikalische Neigungen bei Christian wahrzunehmen und zu fördern. Blockflöte, Klavier und Okarina, jenes kleine tönerne, meist in Vogelform gestaltete Blasinstrument, wurden eingeübt, später kam Gitarre hinzu. Hatte der Vater Muße, zeichnete er mit ihm, und dann gab es noch das Wasser, den Wind und die Boote: siebenjährig wurde derselbe bub mitten am attersee in eine alte, von südwindwellen umspielte olympiajolle, baujahr 1936, bootsname „thetis“, gesetzt, und ob er wollte oder nicht, alleine sollte er ans festland segeln. eine stunde später legte der junge segler das bugtau der jolle um den alten anlegepöller des union jacht club attersee, ein relikt aus dem alten österreichischen kriegshafen pula und lange zierde des jachtclubufers. es war die erste wetterstunde des später so erfolgreichen seglers, es war aber auch der beginn des knabens liebe zu wetter, zu wetterfarben (Archiv Attersee, 1990, unpubliziert). Das Floß, mit dem man sich nach Westen gerettet hatte, das über die gesamte Zeit an der Donau als Ponton gedient hatte, wurde 1947 an das Ufer des Jachtclubs am Attersee verschifft, wo es, nochmals um eine Plette und einen Raum erweitert, das Sommerdomizil der Ludwigs sowie Anlauf- und Anlegestelle aller Freunde wurde. Ein dramatisches Ende erlitt die „Arche Noah“, wie die Leute es nannten, zwei Jahrzehnte später, als sie bei den Dreharbeiten zu Luchino Viscontis 1969 fertiggestelltem Spätwerk „Die Verdammten“ ihre eigene Götterdämmerung fand und verbrannte.

Mit dem Abschluss der Grundschule begann für den gerade Zehnjährigen auch schon die Zeit der Abnabelung. Aus dem Jungen sollte schließlich, wie es sich gehörte, etwas werden, er musste aufs Gymnasium, und das bedeutete, dass er in einem evangelischen Schülerheim in Linz zu wohnen hatte. So hätte er seine Eltern früh verloren, erzählt Attersee heute, vielleicht bezeichnet er auch deshalb die Beziehung speziell zu seiner Mutter als schwierig. Um 36 Jahre überlebte Susanne Ludwig ihren Mann, sie konnte den Lebenslauf ihres Sohnes in allen Facetten verfolgen, und zur Ausstellung anlässlich von dessen 60. Geburtstag erschien die betagte Dame mit sichtlichem Stolz. Der Vater – schwer herzkrank, er starb 1967 – sollte hingegen nur den zaghaften Beginn der Künstlerkarriere erleben. Zweieinhalb Jahre nach Christians Übertritt auf das Linzer Gymnasium zog 1953 dann die gesamte Familie in die Landeshauptstadt. Man wohnte wieder wie vor der Flucht: in einer schönen Gründerzeitvilla. Christian Ludwig senior, vorerst als kommunaler Architekt am Wiederaufbau der Stadt beteiligt, wollte es im Alter von 48 Jahren noch einmal wissen, verabschiedete sich von der sicheren Beamtenlaufbahn und machte sich selbständig.

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Das Floß am Attersee mit den Booten „Brummer“ (X 39) und den beiden Piraten „Thetis 2“ (OE 108) und „Wasserfloh 2“ (OE 103). 1953

Für den künstlerisch begabten Sohn organisierte er privaten Zeichenunterricht bei Alfons Ortner, Lehrer an der Kunstschule Linz und Gründungsrektor der Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung, die heute Kunstuniversität Linz heißt. Eine Handvoll Streichholzschachteln wurden auf den Tisch geworfen, der Mittelschüler sollte sie originalgetreu und in penibler Perspektive zeichnen. Das Künstlertum war vorgebahnt. Nicht zuletzt weil die Lehrer am Gymnasium wenig Rücksicht darauf zeigten, dass ihr Schüler einseitig taub war, gab es wenig Interesse an den Fächern; motivierter zeigte er sich beim Verfassen kleinerer Theaterstücke, von Partituren für Kurzopern, und auch ein Kriminalroman floss dem Eleven aus der Feder. Englischsprachige Comics, von den US-amerikanischen Soldaten zurückgelassen, faszinierten den Jugendlichen, und der Rock ’n’ Roll, vor allem von Elvis, tat sein Übriges. So bitter für Christian das Regime des Schuljahres gewesen sein muss, im Sommer, am Attersee, war er in seinem Element. Aus der Musicbox des Strandcafés kam Einschlägiges, und neben „She’s Got It“ von Little Richard ist es „Heimweh“ von Freddy Quinn, die die Erinnerung prägen, wie schön die Zeit war. Wenn ihm schon eine Laufbahn als Opernsänger gleich dem Vorbild Mario Lanza versagt war, so blieb dem Teenager zumindest der Traum, als Rock ’n’ Roller zu reüssieren. Bis weit in seine Wiener Studienzeit hing er diesem Traum nach, und als Attersee Jahrzehnte später nach dem Tag gefragt wurde, den er ein zweites Mal erleben wollte, war die Antwort: Als bei meinem Konzert das Publikum tobte (Oberösterreichische Nachrichten, 10. August 1985).

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Susanne Ludwig auf dem Floß am Attersee, rundum die Boote der Familie. 1953

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Horst Ludwig am Steuer, Christian Ludwig an der Vorschot. 1951

Ob sich Horst jemals von den Talenten des Bruders in den Schatten gestellt sah? Dieser Frage steht der Jurist und vierfache Familienvater damals wie heute entspannt gegenüber. Anfangs war es Christians Gesundheitszustand, der nicht nur eine erhöhte Aufmerksamkeit und Zuwendung der Eltern einforderte, sondern auch eine gewisse geschwisterliche Nachsicht gestattete. Später gingen die Neigungen und Talente des Jüngeren ohnedies in eine ganz andere, lebens- und ausbildungspraktische Richtung. Schließlich hatten die ungleichen Brüder ein gemeinsames Faible: die Freude am Segeln, die sie bis heute teilen, wie neuerdings auch wieder ein Boot. Richtig wasserfeste Kleidung hätte es nicht gegeben, erzählt Attersee von damals, eigentlich wären Horst und er immer im Nassen gesessen, und wenn sie dann vollkommen durchfroren heimgekommen sind, gab es von der Mutter zuallererst eine gehörige Portion heißen Tee mit Rum. Das konnte nicht verhindern, dass ihm eine gewisse Empfindlichkeit gegen Kälte geblieben ist.

Blau ist Attersees koloristisches Markenzeichen. Selbstverständlich hat es mit dem Wasser zu tun, doch vielleicht nicht mit dem Fluss, der seiner Familie eine stete Perspektive gab. „Die Donau“, schreibt Claudio Magris in seiner Monografie des Stromes, „die Donau ist nicht blau, wie es die Verse von Karl Isidor Beck wollen, die Strauß zu seinem verführerischen und verlogenen Titel seines Walzers inspiriert haben. Die Donau ist blond, ‚a szöke Duna‘, wie die Ungarn sagen“ (Magris 1988, 204). Aber, fügt Magris an anderer Stelle hinzu, die Donau ist weiblich, das grammatikalische Geschlecht stimmt mit dem natürlichen überein, und wer hätte nicht ein Werk von Attersee vor Augen angesichts dieser Sätze: „Um diesen Mund, unter dieser Nase, in der leichten Andeutung einer Falte, in dem dunklen Glanz der Augen wandern die vergangenen und gegenwärtigen Jahre, hat die Zeit sich eingeprägt und eingezeichnet; die geschwungene Linie das Halses ist das Bett der Zeit, das Bett ihres Flusses. Der Mund, den dieser Fluß mit sich führt, ist der gestrige und heutige; vielleicht hat Heraklith unrecht, man badet doch immer in demselben Fluß, in der unendlichen Gegenwart seines Fließens“ (ebd., 171). Man badet in demselben Fluss; doch mit dem Boot befährt man andere Gewässer. Nochmal Magris, der Mitteleuropa-Programmatiker, der aus Triest stammt: „Jenes Blau, das die Kultur der Donau nicht kennt, ist das Meer, das gespannte Segel, die Reise nach Westindien“ (ebd., 158). Im Jahr 1979 hat Attersee dann eine solche Tour im Fahrwasser von Kolumbus angetreten, er hat den Atlantik überquert, 17 volle Segeltage bis zur Landung auf Barbados.

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„Piratenregatta“. 1956. Aquarell auf Karton. 31 x 44 cm

Noch ist der Aktionsradius überschaubar. Mit einem segeltauglich umgebauten Ruderboot namens „Wasserfloh I“ bestritten die Brüder Ludwig ihre ersten Regatten gemeinsam, mit „Wasserfloh II“ und seinem Vorschoter Karl Haitzinger (1938–1988) konnte Christian dann 1952 den ersten Sieg einfahren. Beim Segeln war ich nicht nur ein Genie des Wetters, sondern auch des Schachspieles auf dem Wasser, immer zwischen Risiko und Naturinstinkt, ich konnte den Wind früher sehen als die andern, hatte ein Gefühl für jeden Baum am Ufer und dachte, da könnte ein Windzug sein. Zu erkennen, wie dem Wind eine Optik zukommt, ist das Privileg eines Augenmenschen – um nicht zu sagen: eines Impressionisten. Offenbar war hier ein synästhetisches Talent vorhanden. Nach den Erfolgen in der Klasse „Pirat“ wechselte das Genie des Wetters bald zum schnellen, anspruchsvollen, als Königsdisziplin erachteten Flying Dutchman. Sein Vorschoter wurde Erich Moritz (1941–2005).

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Attersees erster Flying Dutchman, „Susanne“ (OE 27), mit dem er seinen zweiten österreichischen Staatsmeister-Titel ersegelte. 1957

Dieter Gottwald, Konkurrent in der FD-Klasse mit Heimathafen am Wörthersee, erinnert sich an Christian Ludwig als „beständig guten Segler; ein sehr ruhiger Mensch damals, sehr überlegt, er wusste genau, was er wollte und wie er es wollte. Er ist immer alles sehr genau angegangen und war damals eigentlich kaum zu schlagen.“ Auch im Ausland trat man gegeneinander an, in Triest beispielsweise. „1. Tag sehr stürmisch“, ist als Eintrag vom 11. September 1960 im Logbuch der Familie Gottwald zu lesen, „hinter Ludwig Chr. falscher Kurs, weit nach Jugoslawien gefahren. Durch hohe Wellen, schweres Segeln“. Im Vertrauen, der Ludwig würde schon das Richtige machen, waren ihm ausnahmslos alle Teilnehmer hinterhergesegelt, vorbei an Motorbooten mit schwer bewaffnetem Militär in fremdes Hoheitsgebiet hinein und wieder retour in die Triestiner Bucht, allen voran der Ludwig. Auch in den beiden folgenden Jahren konnte der Segler vom Attersee die Herbstregatta in der Adria für sich entscheiden, dafür gab es das „Blaue Band“ und den Triestiner Goldpokal auf Dauer.

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„Starterhaus des Union-Yacht-Club Attersee“. 1959. Öl auf Karton. 45 x 60 cm (auf dem Floß gemalt)

Dem wachsenden Erfolg beim Segeln gingen Reisen einher – und dem Reisen der Zugang zur Kunst. Einen Bildband über Vincent van Gogh und eine Wilhelm-Busch-Ausgabe hatte es im ludwigschen Haushalt nach der Flucht aus Bratislava gegeben. Das war natürlich Prägung; ein van-Gogh-Buch und ein Wilhelm-Busch-Buch, und genau diese Mischung bin ich als Künstler dann auch geworden. Nun, da die vierköpfige Familie samt Vorschotern und den Booten zu Wettkämpfen in ganz Europa unterwegs war, boten sich reichlich Gelegenheiten, Ausstellungen zu besuchen und das Gewusste mit Angeschautem zu verbinden. Wohin man auch immer und auch jenseits der Wettkämpfe reiste, Kunst war fester Bestandteil, das nächste Museum immer der nächste Weg. Am meisten beeindruckte den damals 17-Jährigen die Fahrt mit einem Dampfer von 1906 von Triest nach Athen. Dort waren es weniger die antiken als die christlichen Bilder: Ich habe nie vorher etwas Besseres, Tolleres gesehen als die Ikonen, die ich in Athen im Museum antraf. Michelangelo in Florenz, van Gogh in Amsterdam, in Split Mestrowitsch, in Paris Toulouse-Lautrec und nochmals, in Augenschein genommen 1962 im Art Institute von Chicago, der Meister der Sonnenblumen und, von Attersee besonders geliebt, der Blütenzweige: Van Gogh hatte gute und schlechte Tage, gemalt hat er die letzteren, die guten hat er für sich behalten, zum Schutz der Schmerzhändler, sicher auch, um Kadaversinne in Schwung zu halten, um Zufluchtsorte zu malen für die Rast abseits von Blüten. An malfreien Tagen saß er bei den jungen Vögeln im Nest, weit weg von Krankheit und Geldnot, saß er zwitschernd in veronesergrünen Hellen, zwitschernd in den Farben lebensfroh vagabundisierender Karren, so wollen wir es jetzt sehen. Nur wer Meister der linkischen Hand ist, versteht auch die wahre Rechte im warmen Schatten des Lichtes. Vincent gehört zu den Auserwählten, zu den beidhändigen Meistern, sein schwarzer Fleck im Sonnigen Tag ist nicht der Schatten des Herzens eines Geisteskranken, sein schwarzer Fleck ist der gemalte Anspruch auf Mitsprache bei der ununterbrochenen Weiterschöpfung dieser Welt (Taulocke 1992, 91).

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Vorschoter Erich Moritz und Christian Ludwig erhalten nach dem dritten Regattasieg (1959, 1960, 1961) das „Blaue Band“ im Yachtclub Adriatico in Triest. 1961

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Anton Lutz. „Junger Segler“. 1958. Öl auf Holz. 84 x 60 cm

Zwischen den musealen Werken das Wasser, Wind und Wetter vor den hungrigen Augen. Dreimal werde ich Staatsmeister, danach gehe ich nach Wien und werde ein berühmter Künstler, lautete die Prämisse. Als „Junger Segler“ stand er erst einmal auf der anderen Seite der Leinwand – nämlich dem oberösterreichischen Maler Anton Lutz 1958 Porträt. Es ist ein Werk von deutlich mediterraner Atmosphäre, das hier entstanden ist, der Sonnenhut wie bei van Gogh, das gestreifte Hemd wie bei Picasso und der Bildausschnitt, der am Oberschenkel Halt macht, wie bei Cézanne. Erster Flaum ist auf dem Weg zum Oberlippenbärtchen, der Blick weniger nach außen als auf die eigene Nachdenklichkeit gerichtet, und die Augenbrauen sind hochgezogen, schon einmal die Skepsis markierend, die Zurückhaltung und leise Melancholie, die sein Leben begleiten und leiten. „Junger Segler“ ist beileibe kein Meisterwerk. Aber seinerseits hat es dieses Leben begleitet. Heute findet man es in Attersees Wiener Atelier im dritten Bezirk.

Der junge Segler ist ein berühmter Künstler geworden. In beiden Metiers geht es darum, mit Eleganz Erfolg zu haben, das Elementare von Materie und Material überzuführen in den hochartifiziellen Einsatz von Kalkül, Geschick, Virtuosität. In beiden benötigt man bei aller Rationalität der Verfahren eine gewisse Instinktivität, und beide lassen ein gehöriges Quantum Unsicherheit und Unvorhersehbarkeit im Raum zu: Die Kontingenz der Welt, die unhintergehbare Erfahrung, dass alles auch ganz anders kommen kann, haben im Sport und in der Kunst ihre speziellen Refugien, ihre Spielwiesen gewissermaßen, denn es sind Felder, wo ein Scheitern reversibel ist. Als Attersee in die Kunstwelt kam, vollzog diese gerade ihre physische Wende, ästhetische Arbeit nahm sich mit Happening, Fluxus, Performance und Body-Art auf neue Weise den Leitfaden des Leibes vor und wurde körperlich, als sei sie ihrerseits Ertüchtigung. Dass Attersee den Paradigmenwechsel zum eigenen Körper als Medium der Kunst weniger buchstäblich nahm als viele seiner Freunde im Wien der Sechziger, dass seine Arbeiten Schaubilder blieben und sich nicht zum Aktionismus radikalisierten und brachialisierten, mag speziell mit dem Segeln zu tun haben. Für diesen Sport braucht man ein Hilfsmittel, das Boot und seine Ausstattung, die eine Verlängerung bedeuten, eine Hybridbildung zwischen Körper und Instrument – und damit von vornherein ein Distanzmoment einbauen. Immer wieder tauchen in Attersees artifizieller Welt Prothesen auf, die ebenso als Hilfsmittel funktionieren und bisweilen, als Takelagen oder Ruderblätter, die Bilder als Motive bevölkern. Dass irgendwann, nämlich 1971/72, ein „Zyklus Segelsport“ in diesem Œuvre auftauchen würde, ist da nur konsequent. Um dort anzukommen, bedurfte es zunächst der Einführung in die Kunst: in Gestalt einer Ausbildung.

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„Der Siegbild“. Attersee in seiner Segelpokal-Welt. 1967. Fotografie von Hanni Rühm

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Christine Melichar (später Gironcoli), Attersee und Günter Brus in der Meisterklasse Eduard Bäumer. 1959

1957–1963